Atemschutz

Informationen zum Thema Atemschutz der Feuerwehr Wassertrüdingen 

Insgesamt aktuell 30 Atemschutzgeräteträger bilden den Bereich Atemschutz bei der Feuerwehr Wassertrüdingen.

Die Feuerwehr Wassertrüdingen verfügt seit dem Umzug in das Feuerwehrzentrum an der Opfenrieder Strasse über eine moderne Atemschutzpflegestelle mit der Möglichkeit der Reinigung, Prüfung und Wartung der Atemschutzgeräte und Masken, des Weiteren ist ein Druckluftkompressor vorhanden, über den die Atemluftflaschen am Standort gefüllt werden können.

                           

Nach einer Statistik des bayerischen Innenministeriums waren in 2008 ca. 25.000 umluftunabhängige Atemschutzgeräte im Einsatz, das ergibt durchschnittlich fast 70 Geräte pro Tag. Sie sehen daran schon wie wichtig Atemschutz im Bereich der Feuerwehr ist.

 

Was ist Atemschutz?

Per Definition beschreibt der Bereich Atemschutz die persönlichen Schutzausrüstungen, die den Träger vor allen schädlichen Stoffen oder Partikeln schützen, die über Mund oder Nase aufgenommen werden können. Die dazu verwendete Ausrüstung wird als Atemschutzgerät bezeichnet.

Das heißt theoretisch ist schon eine Staubmaske ein Atemschutzgerät. Im Bereich der Feuerwehr gibt es aber nur 2 mögliche Varianten, die umluftabhängige Variante mit Masken und Filtern die aber nur Anwendung findet, wenn genügend Sauerstoff in der Luft vorhanden ist und sicher der Gefahrstoff definiert werden kann und damit eine Arbeit unter Filter als ausreichender Schutz erachtet werden kann. Ist diese Möglichkeit der sicheren Definition nicht gegeben wird im Bereich der Feuerwehr immer auf das umluftunabhängige System zugegriffen, mit dem ein guter Schutz vor Stoffen und Partikeln gegeben ist.

 

Technische Entwicklung:

Nachdem die Anforderungen an die Qualität und den Ablauf einer Brandbekämpfung sich im letzten Jahrhundert von einem einfachen Außenangriff mit hohem Einsatz von Wasser immer mehr in Richtung Innenangriff mit gezielter Brandbekämpfung bewegten, wurden auch die Anforderungen an die Sicherheit der Feuerwehrleute und damit an den Bereich Atemschutz immer größer.

Am Anfang des Atemschutzes begnügte man sich mit einfachen Filtergeräten und keiner besonderen weiteren Schutzausrüstung, ein wirklicher Innenangriff war hier auch wegen der fehlenden „umluftunabhängigkeit“ nicht möglich. Die Technik entstand zur Zeit der Weltkriege um Soldaten vor Giftgasen und anderen chemischen Waffen und „Zivilisten“ vor Brandgasen durch Bombardements zu schützen, diese Technik fand später auch im Bereich der zivilen Feuerwehr Verwendung.

             

Später wurden in unserer Wehr Regenerationsgeräte sogenannte „Heeresatmer“ eingesetzt, auch dieses System entstand im 2ten Weltkrieg und würde anschließend fast unverändert übernommen.  Da die verschmutzte Umgebungsluft gefiltert und mit frischem Sauerstoff angereichert wurde, war hier theoretisch ein Innenangriff möglich wobei dieser durch die weiterhin sehr schlechte Schutzausrüstung nur beschränkt möglich und sehr gefährlich blieb. Auch waren die Systeme sehr wartungsintensiv, teuer und durch das Kreislaufsystem war die Luft sehr warm und unangenehm zu atmen. Dennoch werden moderne Regenerationsgeräte noch heute zum Beispiel bei Tunnel- und Grubenwehren verwendet, da damit eine bedeutend höhere Einsatzdauer im Mittel ca. 1h möglich ist. 

In den 60igern hielten dann umluftunabhängige mit Druckatemluft versorgte Systeme Einzug in unser Gerätehaus und stellen bis heute die technische Grundlage im Bereich Atemschutz dar. Durch Ihre Zuverlässigkeit, einfache Wartung und Bedienung sind sie perfekt für die Feuerwehr geeignet. Unzureichend war aber weiterhin der Bereich Schutzkleidung. Die Einsatzkleidung bestand aus Baumwollstoff mit Lederapplikationen, Lederhandschuhe mit Gummistiefel – ein weiterhin sehr spärlicher Schutz gegen Hitze und Flammen.

Wie die Fahrzeugtechnik wurde auch die Sicherheitstechnik und Schutzkleidung immer weiter verbessert. Aktuell besteht die klassische Schutzausrüstung unserer Geräteträger aus:

              

 

Wie ist die Atemschutzgruppe organisiert?

 Die Leitung der Atemschutzabteilung obliegt den Gerätewarten 

Der Bereich Atemschutz zählt aktuell 30 Atemschutzgeräteträger. Diese Kameraden haben eine spezielle Ausbildung durchlaufen und führen regelmäßig Übungen und Ausbildungen durch. Dies hat mehrere Hintergründe neben einer gewissen Routine im Anlegen der Schutzkleidung und des Atemschutzes bleiben die Kameraden damit immer auf dem neuesten Stand der Vorgehen und Technik.

 

Aufgaben der Atemschutzabteilung?

- Organisation von Übungen, Ausbildungen und Unterrichten

- Wartung, Instandsetzung und Prüfung der Atemschutzgeräte

- Dokumentation der Wartungen und Prüfungen

- Organisation der Untersuchungen der Geräteträger

- Dokumentation der Übungen und Einsätze jedes Geräteträgers

 

Was sind die Anforderungen an den Geräteträger?

Nicht jedes Feuerwehrmitglied ist automatisch auch Atemschutzgeräteträger, man muss mindestens 18 Jahre alt sein, die Grundausbildung der Feuerwehr absolviert haben und auch physisch geeignet sein, diese Aufgabe zu übernehmen nach einer Ausbildung in Theorie und Praxis und einer erfolgreichen Prüfung ist man Atemschutzgeräteträger.

Ursächlich dafür ist,  das Atemschutz neben sehr hohen Anforderungen an das Wissen der Kameraden auch eine große physische Anforderung an jeden einzelnen stellt, die Belastung im Einsatz ist immens und sehr vielseitig, neben Hitze einerseits durch das Feuer aber auch durch die dicke Einsatzkleidung müssen ca. 20kg „Gepäck“ in Form vom Atemschutzgerät, Beil, Axt, Schläuchen, evtl. einer verunglückten Person usw. transportiert werden. Das Atmen fällt durch die Technik schwerer als ohne Atemschutz und auch die psychische Belastung in Form von Stress und schwierigen Einsatzsituationen ist ein weiterer Faktor der sehr belastend ist. Durch regelmäßige Arbeitsmedizinische Untersuchungen werden alle Geräteträger auf Tauglichkeit zum Atemschutz untersucht. Neben Ausbildungen und Schulungen sowie dem körperlichen Training hilft gerade im Bereich der psychischen Belastungen die Gemeinschaft der Feuerwehr mit vielen der Probleme umzugehen, so gibt es zum Beispiel speziell ausgebildete Seelsorger und Ansprechpartner.

 

Besonderheiten im Atemschutzeinsatz

Durch die beschriebenen Gefahren und Herausforderungen wird im Atemschutzeinsatz immer Truppweise (also mindestens zu zweit) vorgegangen. Wir arbeiten streng nach dem Motto vier Augen sehen mehr als zwei. Jeder Kamerad verlässt sich in einer Einsatzsituation voll und ganz auf seinen Kameraden, dies kann überlebenswichtig werden und wird sehr ernst genommen.

Da wir oft in verrauchten und dunklen Räumen zugange sind, wird auch immer ein Rückzugsweg gesichert, dies erfolgt entweder mithilfe einer Leine oder einem Schlauch, damit können wir im Notfall schnell einen Weg in Sicherheit finden.

Aufgrund der Gefahren während eines Atemschutzeinsatzes muss außerhalb des Gefahrenbereichs ein Atemschutztrupp komplett ausgerüstet und bereit zum Einsatz als sogenannter „Rettungstrupp“ oder „Sicherungstrupp“ bereit stehen. Sollte bei einem im Einsatz befindlichen Trupp ein Problem bestehen kann dieser Trupp sofort reagieren und zur Hilfe eilen. Zusätzlich zur „Standardausrüstung“ hat dieser Trupp auch das RIT BAG (siehe Ausrüstung) dabei um damit bei einem Problem mit der Atemluftversorgung direkt Vor-Ort helfen zu können.

Eigensicherung geht vor! Selbst in den brenzligsten Situationen müssen wir immer sicher gehen uns selbst nicht in Gefahr zu bringen! Niemandem ist geholfen, wenn wir uns selbst in Gefahr bringen und andere Kameraden mit der Rettung von uns von dem eigentlichen Notfall ablenken! Dies mutet im Einsatzfall teilweise etwas unverständlich an, aber selbst wenn man schon am Einsatzort angekommen ist, kann erst nach einem Sicherheitscheck der Technik mit dem abarbeiten des Einsatzes begonnen werden auch wenn dies eine Verzögerung mit sich bringen könnte aber wie gesagt - Eigensicherung geht vor! -

 

Aktuelle Projekte der Atemschutzabteilung:

Aktuell ist die Atemschutzabteilung dabei einen Brandübungscontainer zu planen und in Eigenregie zu bauen, in diesem sollen später nicht nur Wassertrüdingen Geräteträger „heisse“ Übungen unter realistischen aber kontrollierbaren und sicheren Bedingungen durchführen können. Die Idee dazu kam dadurch, dass letztes Jahr ein mobiler Container der Versicherungskammer Bayern für eine Woche in Wassertrüdingen Station machte, nahezu alle Geräteträger unserer Wehr durchliefen in dieser Woche eine Sonderausbildung in dem Container und waren einhellig der Meinung, dass dies die beste und effektivste Art sei, einen Ernstfall zu simulieren und zu üben. Durch einen glücklichen Zukauf eines Containers durch die Stadt wurden die Überlegung einen Container zu bauen immer mehr real. Aktuell sieht die Zeitplanung einen Baubeginn im Herbst/Winter diesen Jahres vor, sodass wir hoffen in 2016 das erste Übungsfeuer entfachen zu können.

Hier die ersten Fotos zur Planung des Containers:

     

Wir halten Sie auf dem Laufenden!

 

Noch Fragen?

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