Die Rettungskarte

Jede Sekunde zählt

Sind Menschenleben in Gefahr, zählt jede Sekunde. Doch gerade nach schweren Verkehrsunfällen vergeht oft wertvolle Zeit bei der Rettung von Autoinsassen. Denn die immer sicherer gewordenen Fahrzeugkonstruktionen haben eine Kehrseite: Sie erschweren die Arbeit der Rettungskräfte. Vor allem beim Abtrennen des Autodachs treten immer häufiger Probleme auf. Hochfeste Stähle und Karosserieversteifungen lassen selbst stärkste Rettungsscheren an Ihre Grenzen stoßen. Sicherheitsbauteile wie Gasgeneratoren von Airbags können die Einsatzkräfte gefährden. Auch das Auffinden und Abklemmen der Batterien ist bei modernen Pkw ein Problem. 

Der ADAC fordert deshalb den Einsatz einer einheitlichen „Rettungskarte“ im DIN-A4-Format. Sie gehört in jedes Auto und enthält Angaben über die Position von Karosserieverstärkungen, Tank, Airbags, Gasgeneratoren, Steuergeräten und mehr. Auch zeigt Sie, wo geeignete Schneidbereiche liegen. Der ADAC begrüßt, dass die Verbände der Hersteller und Importeure (VDA und VDIK) solche Rettungskarten via Internet zur Verfügung stellen. Um dann für Retter greifbar zu sein, muss eine Karte bei jedem Pkw hinter die Fahrer-Sonnenblende geklemmt werden. 

Probleme der Retter

Was gut für den Überlebensschutz der Insassen ist, wird für Rettungsdienste nach einem Unfall zur immer größeren Hürde. Gerade dann, wenn Retter die Unfallopfer mit schwerem Gerät aus dem Fahrzeug befreien müssen. Hochfeste Stähle lassen selbst leistungsfähige Rettungswerkzeuge immer häufiger scheitern  

Helfer brauchen schnelle Informationen

Für Verletzte zählt jede Minute, um nach einer Erstversorgung möglichst schnell ins Krankenhaus zu kommen. An welcher Stelle der Karosserie hydraulische Rettungsscheren oder Spreizer anzusetzen sind, welche Vorsichtsmaßnahmen nötig sind, um Airbags nicht nachträglich auszulösen, ist den Einsatzkräften aber nicht immer bekannt. Oftmals können sie nicht einmal Typ und Baujahr des deformierten Fahrzeugs in der Kürze der Zeit zweifelsfrei bestimmen. Eine ADAC-Erhebung ergab: 64 Prozent der verunglückten Pkw-Modelle werden von Rettern gar nicht oder falsch identifiziert. 

Hier finden Sie die Rettungskarte zum Herunterladen

Der ADAC setzt auf eine kostenfreie und schnelle Bereitstellung der Rettungskarten durch den Fahrzeughersteller. Die Abgabe an den Fahrzeugbesitzer sowie an Rettungskräfte kann über ein zentrales Internetportal erfolgen oder über das Netz der Vertragshändler. Unter den Internet-Adressen

www.adac.de/rettungskarte und www.rettungskarte.de

bietet der ADAC bereits direkte Links zu den teilnehmenden Herstellern an und aktualisiert die Angaben laufend. Auf diesem Weg kommen Autofahrer rasch an „ihre“ Rettungskarte.