Erste Hilfe an Unfallstellen

Erste Hilfe leisten - aber sicher!

Erste Hilfe zu leisten ist wichtig, aber vorher sollten Sie sich selbst helfen und die Unfallstelle absichern. Wenn Sie einen Unfall sehen, sind Sie zwar gesetzlich und moralisch verpflichtet, den verletzten Personen zu helfen, aber nur dann, wenn dies ohne eigene Gefährdung möglich ist. Fährt nämlich ein weiteres Fahrzeug ungebremst in den Gefahrenbereich, ist niemandem geholfen.

Wenn Sie sich als Erster in einem Auto einem Verkehrsunfall nähern, sollten Sie umgehend die Warnblinkanlage einschalten und in sicherer Entfernung halten. Ist es dunkel, bietet es sich an, das Fahrzeug so zu positionieren, dass die Scheinwerfer den Ort des Unglücks ausleuchten. Dabei dürfen andere Verkehrsteilnehmer aber nicht geblendet werden. Befinden Sie sich mit mehreren Insassen im Auto, sollte einer von Ihnen die folgenden Schritte unter Ihnen koordinieren. Einer sollte sich darum kümmern, den Rettungsdienst über die 112 zu informieren. 

 

Unfallstelle absichern und Verkehrsteilnehmer warnen

Ziehen Sie sich anschließend die Warnweste über, um von anderen Verkehrsteilnehmern gut gesehen zu werden, wenn Sie die Unfallstelle absichern. Nehmen Sie nun das Warndreieck aus dem Kofferraum. Auf Autobahnen sollten Sie sich möglichst hinter der Leitplanke entgegen der Fahrtrichtung fortbewegen. 

Stellen Sie das Warndreieck etwa 100 Meter vor der Unfallstelle auf, an Autobahnen etwa 150 Meter. So sind andere Verkehrsteilnehmer vor der Gefahrenstelle gewarnt und können gegebenenfalls ihr Tempo drosseln. Sollte sich der Unfall hinter einer Bergkuppe oder Kurve ereignet haben, empfiehlt es sich dringend, das Warndreieck vor der schwer einsehbaren Stelle zu platzieren, um das Risiko weiterer Unfälle zu minimieren, rät das Deutsche Rote Kreuz.

Mit Handbewegungen können Sie vorbeifahrende Fahrzeuge zum Langsamfahren auffordern sowie weitere Verkehrsteilnehmer animieren, Erste Hilfe zu leisten. Sind Sie allein unterwegs, sollten Sie die Zeit des Absicherns nutzen, um einen Notruf abzusetzen. So sind die Rettungskräfte frühzeitig vor Ort. Nachdem Sie die Unfallstelle abgesichert haben, sollten Sie unverzüglich damit beginnen, Erste Hilfe zu leisten.

 

Unfallhilfe: Was Sie als Erstes tun müssen

Wenn Sie an einen Unfallort gelangen, dürfen Sie diesen niemals verlassen, ohne Unfallhilfe zu leisten - auch nicht bei Bagatellschäden. Hierzu besteht nicht nur eine moralische, sondern auch eine gesetzliche Pflicht. Kommen Sie dieser nicht nach, drohen Geld- oder sogar Haftstrafen, da Sie juristisch gesehen Unfallflucht begehen.


Als Grundregel gilt, die Unfallstelle schnellstmöglich abzusichern, um Folgeschäden zu vermeiden. Wer mit dem Auto unterwegs ist, schaltet die Warnblinkanlage ein und zieht eine Warnweste über. Das Warndreieck sollte auf Landstraßen etwa 100, auf der Autobahn rund 200 Meter vor der Unfallstelle aufgestellt werden, rät der ADAC. Ist die Strecke unübersichtlich, stellen Sie es unbedingt vor der Kurve oder der Hügelkuppe auf. Wenn Sie zu Fuß unterwegs sind, finden Sie vielleicht im Unfallwagen ein Warndreieck. 

Sollten Sie am Unfall nicht beteiligt gewesen sein, ihn aber beobachtet haben, dann sollten Sie gegebenenfalls warten und bei den Polizisten eine Zeugenaussage machen. Oder Sie geben den Unfallbeteiligten ihre Adresse für eine mögliche Zeugenaussage. Das müssen Sie nicht tun, wenn Sie es nicht möchten, es kann aber den Beteiligten in Versicherungsfragen oder vor Gericht helfen.

Den Rettungsdienst rufen

Bei schweren Unfällen mit verletzten Personen sollten Sie sofort den Rettungsdienst informieren. In ganz Europa erreichen Sie diesen unter der Notrufnummer 112. Wichtig ist, dass Sie den Unfallort möglichst genau benennen können, ermahnt der ADAC. Achten Sie auf Straßenschilder oder die blauen Abschnittsnummern auf Autobahnen. Vergessen Sie auch nicht, die Polizei unter der Rufnummer 110 zu verständigen. 

Erste Hilfe zu leisten ist Pflicht

Hilfe zu rufen reicht nicht aus. Daher sollten Sie nicht lange zögern und Erste Hilfe leisten, sofern diese nötig ist - auch wenn Sie unsicher sind. Hier gilt die Regel: "Der größte Fehler ist, einfach nichts zu tun. Erste Hilfe kann Leben retten." Aus diesem Grund sind Autofahrer auch stets verpflichtet einen Erste Hilfe Kasten mitzuführen.

Sollte Ihnen dabei ein Fehler unterlaufen, können Sie dafür juristisch nicht haftbar gemacht werden, da Sie nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt haben. Trotzdem der Tipp: Auch wenn Sie nicht dazu verpflichtet sind, sollten Sie Ihre Kenntnisse in Erster Hilfe regelmäßig auffrischen, um im Ernstfall helfen zu können. Dazu bieten die Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz, die Johanniter oder Malteser regelmäßig Kurse an. Außerdem gibt es mittlerweile reichlich Informationsmaterial wie Anleitungen, Bilder und Videos zu Erste Hilfe-Maßnahmen. Wenn am Unfallort bereits Hilfe geleistet wird, sollten Sie weiterfahren beziehungsweise weitergehen und den Unfallort räumen. „Gaffer“ stehen nur im Weg und können Hilfskräfte behindern. Deshalb können dafür saftige Geldbußen, laut ADAC zwischen 40 und 5000 Euro, verteilt werden.

Bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr

Auch wenn eine Pflicht zur Unfallhilfe besteht, müssen Sie sich dabei nicht selbst in Gefahr bringen. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn Sie hierfür eine Autobahn überqueren müssten. Aber auch bei Dunkelheit, wenn Sie die Situation nur schwer einschätzen können, müssen Sie nicht am Unfallort bleiben. Dies befreit Sie jedoch nicht von der Pflicht, einen Notrufabsetzen zu müssen.

 

quelle:ADAC