Chronik

Kommandanten der Feuerwehr Wassertrüdingen seit 1866

  • Heinrich Steingruber 1866 - ?
  • Notar Kretzner 1872 - ?
  • Georg Hofmann 1873 - 1876
  • Johann Walter 1876 - ?
  • Friedrich Ziegler 1896 - ?
  • Adolf Kränzlein 1913 - 1914
  • Karl Stark 1919 - 1923
  • Albert Ittameier 1923 - 1936
  • Willi Rosenbauer 1937 - 1939
  • Albert Ittameier 1940 - 1941
  • Willi Rosenbauer 1942 - 1945
  • Robert Zajitschek 1945 - 1946
  • August Zimmermann 1947 - 1950
  • Willi Rosenbauer 1950 - 1962
  • Wilhelm Munninger 1962 - 1976
  • Ulrich Lindner 1976 - 1994
  • Rudolf Köppendörfer 1994 - 2000
  • Holger Wenderlein 2000 - 2006
  • Friedrich Schindler 2006 - 2010
  • Holger Wenderlein seit 2010

 

Zur Chronik

 

In der Chronik des Friedrich Loehrl von 1926, sowie in der von Herrn Norbert Ott von 1987 wird die Entstehung der Feuerwehr Wassertrüdingen folgendermaßen beschrieben.

 

Wie in allen Städten und Dörfern des Mittelalters hatten auch die Bewohner Wassertrüdingens panische Angst vor Bränden und Feuersbrünsten, denn nahezu ohnmächtig mußten sie zusehen, wenn sich ein Schadfeuer in wenigen Minuten durch die Häuser fraß und innerhalb kürzester Zeit ganze Straßenzüge und damit ihr gesamtes Hab und Gut vernichtete.

Einen geordneten Brandschutz, sowie vorbeugende bauliche Maßnahmen gab es zu diesem Zeitpunkt einfach nicht. So wurden große Teile Wassertrüdingens im Jahre 1388 während des Städtekriegs, und im Dreißigjährigen Krieg im Jahre 1634 ein Raub der Flammen.

Eine erste „Feuerordnung“ für die Bevölkerung, in der der Umgang mit dem offenen Feuer sowie die Maßnahmen bei einem Brand geregelt waren erließ Markgraf Albrecht bereits im Jahre 1640. Weitere folgten 1662, 1667 und 1680.

 Es wurden damals auch schon frühe „Löschgeräte“ angeschafft und Personen bestimmte Aufgaben zugeteilt.

So berichtet Friedrich Loehrl in seiner Chronik:

„Zur raschen Hilfeleistung bei Bränden finden wir eine Feuerwehr älterer Art. Sie hatte drei Feuerspritzen zur Verfügung: die Ansbacher, die Oettinger und die Kleine.

Die zugehörigen Spritzenmeister waren im Jahre 1741 der Schmied Täschlein, Schlosser Schöner und Harnack.“ Eine dieser alten Kastenspritzen ist glücklicherweise erhalten geblieben und hat im neuen Feuerwehrgerätehaus einen Ehrenplatz erhalten.

Die Feuerordnung von 1760 enthält dann schon genauere Instruktionen, wie sich die Untertanen bei Bränden zu Verhalten hatten.

In 36 Artikeln schreibt diese Verordnung allen Ständen und Handwerkern Verhaltensregeln vor, die bei Bränden zu beachten sind. Ebenso wurde der bauliche Brandschutz vorgeschrieben. So sollten z. B. die strohbedeckten Häuser umgehend mit Ziegeln bedacht werden.s wurde angeordnet, daß auch alle „Weiber und Mägde“ mit Wasserbutten, Kübeln und Schäffern das Wasser an den Brandort zu tragen hatten, um es in die „Wasserkünste“ ( frühe Handdruckspritzen), Zuber und Wannen zu schütten.

Es durften bei einem Schadfeuer nur Personen über 60 Jahre zu Hause bleiben, alle anderen hatten sich mit Pferden, Ochsen und Löschgeräten am Brandort einzufinden. Wer sich dieser Pflicht entzog, wurde entsprechend bestraft. 

Eine weitere Feuerordnung erließ dann im Jahre 1803 der Kgl. Preußische Kreisdirektor Freiherr von Lüttwirt im Jahre 1803. Diese ging bereits gedruckt an alle Haushalte. Jeder Hausbesitzer hatte sie sorgfältig zu befolgen, sie aufzubewahren, und bei der Feuerschau vorzuzeigen.

Im Jahre 1866 wurde dann am 11. Mai die Freiwillige Feuerwehr Wassertrüdingen gegründet. Ihr Erster Kommandant war Heinrich Steingruber. Leider sind aus dieser Zeit nur wenige Informationen überliefert. Eine Verbesserung der Wasserversorgung stellte sich mit dem Bau des städischen Wasserwerks und der Versorgungsleitungen 1914 / 1915 dar.

Mußte bisher im Brandfall das Wasser aus dem Totenweiher oder dem Klingenweiher mühsam in die Stadt geleitet werden, so standen von nun an 55 Hydranten mit einem ausreichendem Wasserdruck zur Verfügung. Ebenso wurde in dieser Zeit der erste „Hydrantenwagen“ und diverses Schlauchmaterial angeschafft. Diese Feuerlöschgeräte waren zuerst im Bürgerstadel neben der früheren Stadtapotheke in der Höllgasse, später dann in der Scheune gegenüber dem Gasthaus „Weißes Roß“ in der Kapellgasse untergebracht. 

Das erste Motorbetriebene Löschfahrzeug war ein Tanklöschfahrzeug, welches 1958 beschafft wurde und noch heute, allerdings als Traditionsfahrzeug aber absolut einsatzfähig, im Bestand der FFW Wassertrüdingen zu finden ist.

Es wurde damals im Stadel der früheren Schranne (heute Sparkasse) im Hafenmarkt untergestellt. 

Für den zivilen Bevölkerungsschutz im Bereich der Stadt und dem Umland wurde vom Bund 1963 ein LF 16 TS in Wassertrüdingen stationiert. Dies war sicherlich eine enorme Aufwertung des Brandschutzes in dieser Zeit. Im Jahre 1966 wurde im Rahmen des Volksfestes das 100-jährige Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Wassertrüdingen gefeiert.

 Ein weiteres Fahrzeug wurde aufgrund der räumlichen und wirtschaftlichen Vergrößerung unserer Stadt, und den damit verbundenen Aufgaben im Jahre 1969 angeschafft.

Es war dies ein LF 8 mit einem Schlauchanhänger, das bis heute bei der FFW Fürnheim seinen Dienst versieht. Dieses Fahrzeug war im Stadtstadel in der Kapellgasse stationiert. 

So mußten damals bei einem Alarm die Einsatzkräfte ihre Fahrzeuge an zwei verschiedenen Standorten besetzen und erst dann zur Einsatzstelle fahren. Das war selbstverständlich ein großer Nachteil, der erst 1975 wesentlich verbessert worden ist, als das erste richtige Feuerwehrgerätehaus in der Oettinger Straße bezogen werden konnte. Hier konnten in großzügigen Hallen alle Fahrzeuge und Gerätschaften untergebracht werden. Ebenso konnten Schulungen in einem Lehrsaal, sowie Übungen im Hof abgehalten werden.

 Für Einsätze im Bereich der Technischen Hilfeleistung nach Verkehrsunfällen wurde bereits 1977 ein Rettungssatz, bestehend aus hydraulischem Spreizer und einer Rettungsschere angeschafft.

 Ein modernes Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 folgte dann im Jahre 1979 als Ersatz für das TLF von 1958.

Mitte der 80er Jahre wurde die sogenannte „stille Alarmierung“ eingeführt, damit nicht bei jedem Alarm die Sirene ausgelöst werden mußte, und somit die Bevölkerung nicht unnötig belästigt wurde.

1989 wurde dann durch die Stadt ein weiteres Löschfahrzeug beschafft. Es war ein LF 16/12 mit umfangreicher THL-Ausstattung, welches das LF 8 ersetzte, das nach Fürnheim abgegeben wurde. 

Ein weiteres LF 16-TS wurde als Ersatz für das LF 16-TS, Baujahr 1963 vom Bund, ebenfalls ab 1989 in Wassertrüdingen stationiert. Das alte Bund-LF konnte günstig durch die Stadt erworben werden und wurde der Ortsteilfeuerwehr Obermögersheim zugewiesen. 

An Pfingsten 1991 wurden dann „125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Wassertrüdingen“ zusammen mit der Weihe der Vereinsfahne gefeiert. Ein Höhepunkt war sicherlich der Festumzug mit 89 teilnehmenden Feuerwehren, Vereinen und Musikgruppen am Sonntag.

In den 1990er Jahren wurde die Ausbildung den ständig wachsenden Ansprüchen angepaßt. 1996 wurde dann leider das LF 16 TS vom Bund nach Umstrukturierungsmaßnahmen aus Wassertrüdingen abgezogen und nach Schweinfurt verlagert.

Das bedeutete eine große Einschränkung der Einsatzfähigkeit, da nun kein Fahrzeug mehr zur Wasserförderung über lange Strecken in Wassertrüdingen zur Verfügung stand.

Nach verschiedenen Überlegungen, einen möglichst kostengünstigen Ersatz für das Bund-LF zu beschaffen, wurde auf Anraten seitens der Feuerwehrführung der Stadt der Vorschlag gemacht, ein kleineres, aber annähernd gleichwertiges Fahrzeug, nämlich ein LF 8/6 mit zusätzlichem Schlauchmaterial, zu kaufen.

 Dies wurde dann vom Stadtrat so abgesegnet und so konnte am 3. Dezember 1998 das LF 8/6 bei Ziegler in Giengen abgeholt werden..